Digitale Arbeit - Digitale Gesundheit

Gesundheitsreport 2017 der BKK

22.01.2018

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Studien/Reports

In einer repräsentativen Umfrage zum Thema "Digitale Arbeit - Digitale Gesundheit" des BKK Dachverbandes werden u.a. die Folgen der Digitalisierung auf die Arbeitswelt und damit auch auf die Gesundheit der Beschäftigten betrachtet. Wie wirkt sich dies auf die mentale Fitness aus?

Der BKK Dachverband hat eine Umfrage unter ca. 3.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten durchgeführt. Hierbei handelt es sich um eine für Deutschland nach Alter und Geschlecht repräsentative Teilnehmergruppe.

Stärkere psychische Belastung

Zwei Drittel der Befragten nutzt in Ausübung ihrer beruflichen Tätigkeit permanent oder zumindest sehr oft digitale Technik, wie Computer oder Smartphones. Mehr als 40 % der Befragten schätzt diese Entwicklung als hilfreich ein, da sie hierüber ihre Aufgaben schneller, oder aber gleichzeitig erledigen können.

Fragt man nach der Beeinträchtigung durch die Digitalisierung zeigt sich, dass sich die Befragten in ihrer Arbeit zwar in etwa gleich beeinträchtigt fühlen, wie vor der Digitalisierung, jedoch fühlt sich bzgl. psychischer Gesundheit mit 28 % ein relativ großer Anteil stärker belastet als früher. Je nach Branche sind dies sogar fast bis zu einem Drittel der Befragten (IT- und naturwissenschaftliche Dienstleistungsberufe).

Die Beschäftigten sehen somit zwar einen Nutzen in der Digitalisierung, aber eben gerade hinsichtlich ihrer psychischen Gesundheit befürchten sie zunehmende Beeinträchtigungen. Jeder Fünfte gibt demnach an, sich durch die Digitalisierung überlastet bzw. ausgebrannt zu fühlen.1

Hohe AU-Zahlen

Dies ist auch in den AU-Kennzahlen erkennbar. Psychische Störungen sind nach dem Bericht für das Jahr 2016 die zweithäufigste Ursache für Arbeitsunfähigkeit. Diese Fehltage sind vor allen Dingen in den Branchen zu finden, die ein hohes Maß an zwischenmenschlichem Kontakt bzw. Kundenkontakt die Arbeitswelt prägt.

Gestiegene Ausfallzeiten und gestiegener Anteil an stationärer Versorgung

Die Diagnose "psychische Störung" ist die Krankheitsart mit den längsten Ausfallzeiten. Die durchschnittliche Falldauer liegt bei mehr als 5 Kalenderwochen. Dabei kann gerade eine schnelle Therapieplatzsuche diese Ausfalltage durch die Minimierung der Wartezeit enorm verkürzen (siehe Professionelles Versorgungsmanagement).

Auch über einen längeren Zeitraum betrachtet ist klar erkennbar, dass Belastungen rund um die Psyche zunehmen. Seit dem Jahr 2006 ist der Anteil der stationären Aufenthalte aufgrund von psychischen Störungen insgesamt gestiegen - zusätzlich mehr als 50 % bei Krankenhausfällen und 80 % bei Krankenhaustagen. Hierbei ist die Depression bei weitem die häufigste Diagnose. Frauen haben hier einen höheren Anteil als Männer.

Frühzeitig Gefährdungspotentiale erkennen

Der BKK Dachverband plädiert dafür, die Gefährdungsanalyse psychischer Belastungen häufiger durchzuführen, um sich als Unternehmen ein klareres Bild der Ursachen verschaffen zu können. Bisher werden diese von vielen Firmen noch nicht umgesetzt (siehe Blogbeitrag).

Den gesamten Bericht des BKK Dachverbandes können Sie hier herunterladen.

Professionelle Unterstützung

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1 https://www.bkk-dachverband.de/publikationen/bkk-gesundheitsreport/ - Faktenblatt_BKK_Gesundheitsreport_2017_FINAL.pdf