Therapieplatzsuche weiterhin schwierig

Was hat sich getan nach der Reform

15.11.2018

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Allgemeines, Mitarbeiter

Auf den ersten Blick hat die Psychotherapiereform zur Verkürzung der Wartezeiten geführt. Schaut man genauer hin, wird jedoch klar, dass der Start der Therapie weiterhin erst in durchschnittlich fünf Monaten möglich ist. Dies belegt eine Studie zum Thema Wartezeiten der Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK).

Anderthalb Jahre nach der Psychotherapiereform konnten die Wartezeiten auf ein Erstgespräch bei einem Therapeuten um die Hälfte minimiert werden, Patienten warten nun knapp 6 Wochen auf einen Termin für ein erstes Gespräch. Bei rund 70 % der Therapeuten findet schon innerhalb von 4 Wochen ein Erstgespräch statt.

Weiterhin später Therapiebeginn

Doch eine Therapie an sich beginnt durchschnittlich erst fünf Monate nach der ersten Anfrage. Die Wartezeiten auf Behandlungen sind damit immer noch zu lang.

Hierbei gibt es innerhalb Deutschlands regionale Unterschiede: in Berlin warten Patienten etwas mehr als 3 Monate auf einen Therapieplatz, im Saarland hingegen ein knappes halbes Jahr. Besonders außerhalb von Großstädten und im Ruhrgebiet ist keine schnelle Behandlung möglich. Dem Ruhrgebiet kommt eine Besonderheit zu: diesem Gebiet wird eine noch geringere Dichte an Psychotherapeuten zuteil, weshalb die Wartezeiten hier überdurchschnittlich lange sind.

Unsere Erfahrungen bestätigt

Mit dieser Studie werden die Erfahrungen, die INSITE in den letzten Monaten im Rahmen des Lotsendienstes gesammelt hat, bestätigt (siehe Blogbeitrag Zwischenfazit Psychotherapiereform). Aus unserer Sicht hat sich für denjenigen, der auf einen Behandlungsplatz bei einem Psychotherapeuten wartet, nichts geändert.

Steigender Bedarf

Der mangelhaften Versorgungssituation steht eine wachsende Anzahl an Menschen mit psychischen Erkrankungen gegenüber. Bisher fragen erst 20 % der psychisch kranken Menschen professionelle Hilfe an. Daher ist zu erwarten, dass die Nachfrage in Zukunft nach einer psychotherapeutischen Behandlung weiter steigen wird.

Lange Wartezeiten verschärfen die Problematik

Lange Wartezeiten bedeuten eine erhebliche Belastung für Menschen mit einer psychischen Erkrankung, da sich die Symptome von Tag zu Tag verschlimmern können. Zudem kann sich die Therapiedauer verlängern oder die Erkrankung chronisch werden, wenn der Patient nicht rechtzeitig professionelle Hilfe erhält. Mit der zunehmenden Wartezeit steigt auch die Anzahl der Menschen, die eine Therapie erst gar nicht mehr anfangen.

 

Hilfe durch ein EAP

Das Versorgungsmanagement von INSITE kann durch gezielte Suchen eine große Unterstützung für den Mitarbeiter unserer Kundenunternehmen sein um die Wartezeiten zu verkürzen. Wir lotsen die Betroffenen zu einem für sie passenden Angebot und überbrücken ggf. auch die Zeiten bis zum Start der stationären oder ambulanten Behandlung.

Quellen:

(1) https://www.bundesgesundheitsministerium.de/terminservice-und-versorgungsgesetz.html

https://www.bptk.de/uploads/media/20180411_BPtK-Studie_Wartezeiten_2018.pdf

http://www.kbv.de/html/terminservicestellen.php