Konflikte in Unternehmen

Strategien für Führungskräfte

29.08.2018

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Allgemeines, Führungskräfte

Wenn Menschen miteinander arbeiten verbringen sie in der Regel viel Zeit zusammen. Unterschiedliche Interessen und Verhaltensweisen treffen aufeinander - da bleibt der eine oder andere Konflikt nicht aus. Wann sollte eine Führungskraft eingreifen – und was sollte sie tun, bzw. vermeiden. Lesen Sie hier die Strategien für Vorgesetzte.

Als Führungskraft ist es nicht immer leicht, zu entscheiden, wann man in einen Konflikt im Team eingreift. Zumal die eigene neutrale Position unter Umständen nicht gewährleistet ist – sei es, weil man sich mit einem Teammitglied besser versteht, oder weil eine einfache und offensichtliche Lösung scheinbar auf der Hand liegt. Aber ist dies dann auch eine gerechte und langfristig stabile Lösung?

Diese Punkte sollten Sie als Führungskraft in Konfliktsituationen beachten:

Nur intervenieren, wenn der Konflikt nicht gelöst wird

Falls Sie das Gefühl haben, dass die Mitarbeiter den Konflikt unter sich lösen können und ggf. bereits auf einem guten Weg sind, dann intervenieren Sie zunächst nicht. Nach außen scheinbar schwerwiegende Konflikte lösen sich teilweise bis zum nächsten Tag auf. Oder es war zwar eine kernige Diskussion, aber auf rein sachliche Themen bezogen, und die Team­mitglieder verstehen sich weiterhin prächtig.

Neutralität wahren

Achten Sie darauf, dass Sie für keinen der Konfliktpartner Partei ergreifen, oder auch nur den Anschein erwecken, dass Sie dies tun.

Gemeinschaftliche Gespräche

Zur Neutralität zählt auch, dass Sie nicht versuchen in Einzelgesprächen die Situation zu klären. Denn dann entsteht schnell der Eindruck, dass Sie sich verstärkt für eine Seite entscheiden, oder in den Gesprächen Interna austauschen. Versuchen Sie daher immer, wenn mehrere Personen aus Ihrem Team an den Konflikten beteiligt sind, gemeinschaftliche Gespräche zu führen.

Unklarheiten auflösen

Falls im Laufe des Konfliktes klar wird, dass dieser aufgrund von unklaren Strukturen, Prioritäten oder Aufgabenverteilungen entstanden ist, versuchen Sie dies zu klären. Formulieren Sie eindeutige Arbeitsaufträge und stellen Sie ggf. die Zuständigkeiten zwischen den Beteiligten klar – sofern Sie hierzu berechtigt sind.

Nach den Grundsätzen der Wahrheit und Offenheit handeln

Versuchen Sie nicht, Mitarbeiter ggf. aufgrund ihrer persönlichen Situation zu schonen, wenn dies zu einer Eskalation des Streites führen kann. Bleiben Sie offen und ehrlich. Die scheinbar gut gemeinte Strategie, kritische Themen nicht anzusprechen, kann dazu führen, dass im Laufe der Zeit die Situation noch angespannter wird. Und Sie dadurch Ihre neutrale Position verlieren.

Intervenieren, wenn es notwendig ist

Als Führungskraft haben Sie ganz klar die Aufgabe, sich in bestehende Konflikte einzuklinken, sofern eine der folgenden Punkte zutrifft:

  • Verstoß gegen betriebliche Regeln (z.B. Compliance Richtlinien des Unternehmens zum Umgang miteinander in Bezug auf Religion, Rasse, sexuelle Orientierung…)
  • die Interessen und Ziele des Unternehmens beeinträchtigt sind
  • der Konflikt sich auf Kunden (intern und/oder extern) und weitere Teammitglieder ausweitet

Unterstützung durch ein EAP

Speziell für die teilweise herausfordernden Tätigkeiten von Menschen mit Führungsverantwortung bietet die EAP-Beratung Unterstützung bei allen auftretenden Konfliktsituationen. Dies bezieht sich auf Führungskräfte und Teamleiter, sowie Funktionsträger und Mitarbeitervertreter, die in eine Konfliktsituation gelangen können.

Selbstverständlich hilft die EAP-Beratung auch Betroffenen in der Konfliktsituation. Und sie unterstützt bei allen schwierigen Situationen, die im privaten Umfeld auftreten (siehe Blogbeitrag über die Dynamiken im familiären Umfeld).