Winterblues?

Warum leiden wir an trüber Stimmung?

03.01.2020

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Allgemeines, Mitarbeiter

Die Tage sind kurz, das Wetter ist trübe – und damit bei einigen Menschen auch die Stimmung. Warum leiden wir an dem so genannten "Winterblues" - und was kann man dagegen tun?

60 Prozent der Deutschen sind zumindest manchmal vom sogenannten „Winterblues“ betroffen.1)

Wie macht sich das bemerkbar? Viele haben keine Lust, etwas zu unternehmen, leiden unter Antriebslosigkeit und haben ein erhöhtes Schlafbedürfnis. Bei jedem Zweiten führt das trübe Wetter zu Niedergeschlagenheit und Melancholie.

Aus neurobiologischer Perspektive lässt sich der Winterblues erklären:

  • Wenn die Tage kürzer werden fehlt uns das helle Tageslicht, welches unsere innere Uhr taktet und unseren Hormonhaushalt steuert
  • Zusätzlich wird bei Dunkelheit die Ausschüttung des „Schlafhormons“ Melatonin angeregt, das u.a. aus dem Botenstoff Serotonin gebildet wird
  • Serotonin ist ein körpereigenes Glückshormon, das antidepressiv, motivationsfördernd und appetithemmend wirkt. Da diese für die Herstellung von Melatonin verwendet wird, haben wir dies im Winter weniger in unserem Körper.

Die Folge: die Serotoninkonzentration im Gehirn fällt ab und trägt zur gedrückten Stimmung von Menschen, die am Winterblues oder der Winterdepression leiden.

Strategien gegen trübe Stimmung

Wir haben intuitiv ein paar Strategien an der Hand, um unseren Serotoninhaushalt wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Allerdings sind diese nicht immer empfehlenswert: Wir greifen zu Schokolade und anderen Süßigkeiten, um unsere Glückshormone zu aktivieren.

Bessere Alternativen sind Nüsse, Samen, Vollkorngetreide, Fisch und Bananen. Diese Lebensmittel enthalten Aminosäuren, die im Gehirn zu Serotonin umgewandelt werden und unsere Stimmung positiv beeinflussen können.

Der Winterblues ist in uns angelegt

Der Winterblues ist keine neumodische Erkrankung und auch keine Zivilisationskrankheit. Es gibt ihn schon immer und auch weltweit.

Die Experten sind sich einig: der Rückzug aus der Kälte ins warme Bett, die Unlust zur Arbeit und das Anfuttern von Winterspeck hat sich aus unserer Menschheitsgeschichte entwickelt.

Er könnte sich als sinnvoller Anpassungsprozess an unser kaltes Klima in Mitteleuropa entwickelt haben, da sich im Winter keine Beute oder Nahrung findet und es mehr Sinn ergibt tatenlos in der Höhle zu liegen. In früheren Zeiten musste man im Winter zusehen, dass man quasi die Schotten dicht macht und die Kälte übersteht.

In heutiger Zeit eine Herausforderung

Was früher sinnvoll war, ist heute oft ungünstig für uns Menschen, insbesondere dann, wenn wir uns in Kontexten bewegen, in denen wir dazu aufgefordert sind, Leistung und Aktivität zu erbringen - und zwar unabhängig von der Jahreszeit.

Wenn wir arbeiten teilt sich unsere innere Welt oft - und damit unsere Bedürfnisse:

  • eine Seite in uns sehnt sich nach Ruhe, Erholung und Schlaf
  • die andere Seite möchte funktionieren und Leistung erbringen

Wir erleben diese innere Zerrissenheit oft als negativ oder spannungsvoll. Und damit tun wir uns teilweise noch schwerer, als unseren Bedürfnissen mal nachzugeben. Gönnen Sie sich daher bewusst Erholungsphasen - machen Sie eine kleine Pause, gehen Sie früher ins Bett oder gehen Sie eher ruhigen Betätigungen nach, wie beispielsweise ein Buch lesen oder Musik hören.

 

Im nächsten Beitrag lesen Sie, wie sich der Winterblues von anderen Zuständen, beispielsweise einer Erschöpfung oder Depression, unterscheidet.

 

Quelle:

1) YouGov Deutschland GmbH

 

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