Selbstfürsorge: Warum es wichtig ist, gut auf sich zu achten

Geschäftsfrau, die nach der Arbeit am Computer am Schreibtisch die Arme streckt und sich in einem modernen Büro eine Pause gönnt.


Selbstfürsorge bedeutet mehr, als sich gelegentlich eine Auszeit zu gönnen. Sie steht für einen bewussten und achtsamen Umgang mit den eigenen körperlichen, emotionalen und mentalen Bedürfnissen und bedeutet, Verantwortung für sich selbst und die eigene Gesundheit zu übernehmen. Gerade in Zeiten hoher Anforderungen kann Selbstfürsorge dabei helfen, die eigene Balance zu bewahren und langfristig gesund, zufrieden und leistungsfähig zu bleiben.

Der International Self-Care Day am 24. Juli, mit dem der Self-Care Month 2026 endet, erinnert daran, Selbstfürsorge als festen Bestandteil des Alltags und als wichtige Grundlage für das eigene Wohlbefinden zu verstehen.

Die WHO möchte mit dieser Aktion dazu anregen, die Verantwortung für die eigene mentale und körperliche Gesundheit zu übernehmen. Nach dem Motto „Test. Track. Thrive.“1  wird dazu motiviert, unterschiedliche Faktoren der eigenen Gesundheit zu beobachten, anzupassen und eine neue Selbstfürsorge-Routine im Alltag zu etablieren. „Die Übersetzung von (to) thrive aus dem Englischen lautet ‚aufblühen‘. Wir können also unsere Selbstfürsorge nutzen, um unsere körperliche und mentale Gesundheit zu fördern und aufblühen zu lassen. Selbstfürsorge ist eine aktive Entscheidung und kann mit ein paar Kniffen ganz leicht in den Alltag integriert werden“, so die EAP-Beraterin und Psychologische Psychotherapeutin Katharina-Sophie Rohlfing.
 

Selbstfürsorge beginnt mit Aufmerksamkeit

Oft nehmen wir eine Belastung erst ernst, wenn sich Beschwerden wie Müdigkeit, innere Unruhe, Gereiztheit oder Konzentrationsprobleme im Alltag zeigen. Spätestens dann ist unsere Aufmerksamkeit gefragt. 

Selbstfürsorge bedeutet zunächst, die eigenen Grenzen und Bedürfnisse ernst zu nehmen. Dazu gehört beispielsweise, regelmäßig innezuhalten und sich zu fragen: Was tut mir gerade gut? Was sind meine Energieräuber und wie kann ich diesen Energieräubern Energiegeber gegenüberstellen? Was brauche ich, um mich zu erholen? Und ab wann ist es sinnvoll, Unterstützung anzunehmen, z. B. in Form einer EAP-Beratung?

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Kleine Schritte können viel bewirken

Bei der Selbstfürsorge geht es nicht darum, einen weiteren Punkt auf die To-do-Liste zu setzen. Vielmehr können wir Dinge, die wir sowieso schon im Alltag tun, als einen Akt der Selbstfürsorge betrachten: z. B. tägliches Zähneputzen als Selbstfürsorge für unsere Zähne, ein kleiner Spaziergang zum Durchatmen oder zwischen zwei Meetings das Fenster zu öffnen und kurz durchzulüften. Schon solche kleinen Momente können einen Unterschied machen.

Entscheidend ist weniger die einzelne Maßnahme als die Regelmäßigkeit. Kleine, realistische Gewohnheiten lassen sich leichter in den Alltag integrieren und können langfristig dazu beitragen, das eigene Wohlbefinden zu stärken. Folgende Beispiele können dabei als Anregung dienen: 

  • Energiegeber: ausreichend Schlaf, Bewegung oder Sport, Zeit in der Natur, ausgewogene Ernährung, berufliche Meilensteine, kleine Erfolge feiern, aktive Pausen  
  • Energieräuber: Dauerstress und Zeitdruck, Schlafmangel, negative Selbstgespräche, übermäßige Bildschirmzeit, unausgewogene Ernährung, zu wenig Bewegung, Konflikte und belastende Beziehungen
     

Auch im Arbeitsalltag ist Selbstfürsorge wichtig

Berufliche Anforderungen, Termindruck und ständige Erreichbarkeit können dazu führen, dass die eigenen Bedürfnisse schnell in den Hintergrund rücken. Umso wichtiger ist es, auch während eines vollen Arbeitstages bewusst kleine Atempausen einzulegen. Egal, ob Sie einen Kaffee mit Ihren Kolleginnen und Kollegen trinken gehen oder alleine um die Ecke im Park einen kurzen Mittagsspaziergang machen. 

Dabei ist Selbstfürsorge nicht nur eine individuelle Aufgabe. Auch eine Arbeitskultur, in der Gesundheit, Offenheit und gegenseitige Unterstützung selbstverständlich sind, kann dazu beitragen, Belastungen frühzeitig wahrzunehmen und ihnen entgegenzuwirken.

  • Energiegeber: Wertschätzung und Anerkennung für die eigene Arbeit, ein gutes Verhältnis zu Kolleginnen und Kollegen, klare Aufgaben und ein realistisches Erwartungsmanagement, eigenverantwortliches Arbeit, Mitgestaltungsmöglichkeiten, Humor und psychologische Sicherheit im Team, Work-Life-Balance
  • Energieräuber: Hoher Zeitdruck und ständige Überstunden, unklare Zuständigkeiten, Konflikte im Team, Unterbrechungen und Multitasking, fehlende Anerkennung, hohe Arbeitsbelastung, mangelnde Erholungsphasen  
     

Unterstützung anzunehmen ist ein Zeichen von Stärke

Selbstfürsorge bedeutet auch, nicht alles allein bewältigen zu müssen. Manchmal ist es hilfreich, sich mit anderen auszutauschen oder professionelle Unterstützung in Anspruch zu nehmen. Gerade bei anhaltender Belastung kann ein frühzeitiges Gespräch dabei helfen, neue Perspektiven zu gewinnen und passende Wege im Umgang mit der Situation zu finden.

Der International Self-Care Day ist deshalb eine gute Gelegenheit, den eigenen Umgang mit Gesundheit und Wohlbefinden bewusst zu reflektieren. Denn wer gut für sich selbst sorgt, schafft eine wichtige Grundlage dafür, auch langfristig für andere da sein zu können.

Selbstfürsorge beginnt mit einem kleinen Schritt – und wie möchtest du heute starten?
 

Live-Talk

Sie möchten noch tiefer in das Thema einsteigen?
In unserem kürzlich stattgefundenen Live-Talk „I can buy myself flowers – Ein Plädoyer für mehr Selbstfürsorge“ haben wir darüber gesprochen, warum Selbstfürsorge so wichtig für unsere mentale Gesundheit ist und wie sie sich nachhaltig in den Alltag integrieren lässt.

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Quellen

[1] WHO: „Self-Care-Month” https://www.who.int/news-room/events/detail/2026/06/24/default-calendar/self-care-month-2026 (abgerufen ab 23.07.26)