Weihnachten gilt als Fest der Liebe. Doch bei ungewöhnlich viel „Gemeinsam“-Zeit mit der Familie und hohen Erwartungen, dass es dieses Jahr besonders schön werden soll, kann es unter dem Weihnachtsbaum auch zu Konflikten und Streit kommen. Unausgesprochene Wünsche oder Bedürfnisse können zu Spannungen und unangenehmen Gefühlen führen.
Spannungen erfüllen einen Zweck
Spannungen fühlen sich im ersten Moment oft unangenehm an, dabei erfüllen sie in diesem Moment eine wichtige Funktion: Sie markieren emotionale Grenzen und helfen dabei, diese wieder neu zu justieren. Genervt oder verärgert zu sein, kann daher als Signal für das Bedürfnis nach Abgrenzung verstanden werden. Spannungen sind kein Zeichen von Scheitern, sondern können auch als Ausdruck von Nähe gesehen werden.
Warum Kommunikation entscheidend ist
Gesund streiten bedeutet nicht, Konflikte zu vermeiden, sondern sie respektvoll zu führen. Konflikte entstehen oft nicht aus dem, was gesagt wird, sondern wie wir es sagen. Studien zur Konfliktkommunikation zeigen, dass nonverbale Signale wie Tonfall, Körpersprache und Timing sehr entscheidend dafür sind, wie eine Aussage verstanden oder interpretiert wird.
Praktische Kommunikationsstrategien für heikle Momente
- Ich-Botschaften statt Schuldzuweisungen:
Statt „Du bringst mich auf die Palme!“ lieber „Ich merke, dass ich unruhig werde, wenn es laut wird.“ Das öffnet den Raum für Dialog statt Verteidigung. - Vermeiden von Generalisierungen:
Worte wie „immer“ oder „nie“ lassen kaum Raum für Ausnahmen und wirken schnell generalisierend und überfordernd, daher könnte stattdessen „überproportional häufig“ oder „selten“ verwendet werden. - Aktives Zuhören und Wertschätzung
Blickkontakt, kurze Zusammenfassungen („Du meinst also, dass …?“) oder leises Nicken signalisieren Wertschätzung – Kleine Worte wirken groß: „Danke“, „Ich verstehe dich.“ oder „Das war mir wichtig zu hören.“ Gerade in emotional aufgeladenen Momenten halten sie Verbindung. - Pausen erlauben:
Konflikte werden destruktiv, wenn keiner mehr zuhört und man ständig unterbrochen wird. Eine kurze Pause, um zu atmen oder etwas Abstand zu gewinnen, kann deeskalieren. - Realistische Erwartungen:
Kommunikation gelingt leichter, wenn man sich bewusst macht: Nicht jedes Gespräch muss Einigkeit bringen. Manchmal reicht es, den anderen zu verstehen. - Versöhnung darf sein:
Versöhnung gelingt über kleine, ehrliche Gesten: ein kurzes „Das war nicht fair von mir.“, eine Einladung zum Gespräch oder eine Berührung, die Nähe signalisiert. Damit wird Kommunikation zum Bindeglied – nicht zum Bruch.
Gerade die kleinen Unvollkommenheiten und improvisierten Momente können das Weihnachtsfest zum echten Highlight werden lassen, das im Gedächtnis bleibt. Wenn nicht alles glatt läuft, entsteht Raum für Nähe, Lachen, und Geschichten, die sich alle Beteiligten noch in vielen Jahren erzählen. Ein Weihnachten, das man nicht nur feiert, sondern auch erlebt – mit all seinen Ecken und Kanten. Gerade das macht es besonders.
In diesem Sinne – frohe Weihnachten!
Und sollten die Konflikte oder Belastungsfaktoren doch zu groß werden – wir sind für Sie da!