Weniger Arbeitsunfälle durch ein EAP

Unfallverhütung in Unternehmen

15.09.2017

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Studien/Reports

Stress, Sorgen und Erschöpfung sind wenig greifbare Themen. Jedoch senken sie die Konzentration deutlich und können zu Arbeitsunfällen führen. Stressreduzierende Maßnahmen wie ein EAP können hier positiv Einfluss nehmen, wie Studien belegen.

Wer gestresst, besorgt und erschöpft ist, dem wiederfährt auch schneller ein Unfall bei der Arbeit. Das fanden Forscher der Maastricht Universität heraus[1]. Sie befragten hierfür über 7.000 Angestellte. Diejenigen, die zu Beginn des Jahres angaben außerordentlich erschöpft zu sein, hatten im Laufe des Jahres ein mehr als doppelt so hohes Risiko einen Arbeitsunfall zu erleiden. Unfallverhütung im Unternehmen bedeutet also neben technischen Lösungen sich auch mit weniger greifbaren Themen wie Stress und Erschöpfung zu beschäftigen.

Eine weitere Studie, die 2016 im Journal of Safety Research veröffentlicht wurde zeigt, dass nicht nur die Folgen von Unkonzentriertheit wissenschaftlich messbar sind, sondern auch die Erfolge, wenn für das psychische Wohlergehen der Mitarbeiter etwas getan wird[2]. Beruhend auf Daten des US Bureau of Labor Statistics, wurden über 1.400 Unternehmen mit und ohne EAP verglichen. Jedem Unternehmen mit EAP wurde hinsichtlich Unternehmensgröße, Branche, sozialer Struktur und Lohnniveau ein äquivalentes Unternehmen zugeordnet und die Unfallrate verglichen. Die Ergebnisse sind deutlich: Gerade in Branchen, bei denen erhöhte Unfallgefahr besteht, macht EAP einen Unterschied. So wiesen Unternehmen im Produktionsbereich, die über ein EAP verfügten, eine 15 % niedrigere Unfallrate auf als ihre Pendants ohne EAP. In der Logistikbranche ist dieser Unterschied noch deutlicher. Hier wiesen Unternehmen mit EAP eine 37 % niedrigere Unfallrate auf als ihre Wettbewerber ohne EAP. Aber auch unabhängig von der Unternehmensbranche ist der Unterschied deutlich sichtbar: Die Unfallrate aller Unternehmen mit EAP lag 14 % unter der von äquivalenten Unternehmen ohne EAP.

Dass stressreduzierende Maßnahmen wie ein EAP sich in einzelnen Fällen noch deutlich stärker auswirken können, hat eine weitere Studie ergeben. Dort wurde die Wirkung eines ganzen Bündels stressreduzierender Maßnahmen, inklusive EAP, auf die Unfallrate untersucht[3]. Das Ergebnis: Bis zu 80 % niedrigere Unfallraten und bis zu 95 % niedrigere unfallbedingte Kosten für das Unternehmen.

Quellen:
[1] Swaen, G. M. H., Van Amelsvoort, L. G. P. M., Bültmann, U., & Kant, I. J. (2003). Fatigue as a risk factor for being injured in an occupational accident: results from the Maastricht Cohort Study. Occupational and Environmental Medicine, 60(suppl 1), i88-i92.

[2] Waehrer, G. M., Miller, T. R., Hendrie, D., & Galvin, D. M. (2016). Employee assistance programs, drug testing, and workplace injury. Journal of Safety Research, 57, 53-60.
[3] Steffy, B. D., Jones, J. W., Murphy, L. R., & Kunz, L. (1986). A demonstration of the impact of stress abatement programs on reducing employees' accidents and their costs. American Journal of Health Promotion, 1(2), 25-32.