Wandel der Arbeitswelt: Steigende Komplexität erschöpft

Vermehrte psychische Belastungen

19.03.2019

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Allgemeines, Mitarbeiter, Studien/Reports

Im Arbeitsumfeld steigt die Zahl der Beschäftigten, die sich belastet fühlen. Dies macht sich bereits seit längerem durch gestiegene Ausfallzeiten bemerkbar; psychische Erkrankungen sind der zweithäufigste Grund für Krankschreibungen. Als körperlich und emotional erschöpfend werden vor allem die zunehmend komplexe Arbeitswelt und hohe Arbeitsintensität wahrgenommen.

Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (Baua) hat in den letzten Monaten zwei Veröffentlichen hierzu herausgegeben. Im Bericht "Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit" wird herausgearbeitet, wie stark die psychischen Belastungen - und damit Anzahl der Arbeitsunfähigkeitstage in diesem Bereich - zugenommen haben.

Die FAZ schreibt hierzu: "Die Zahl der Arbeitnehmer, die wegen psychischer Leiden und Verhaltensstörungen ausfallen, hat sich in den vergangenen zehn Jahren mehr als verdoppelt. Im Jahr 2007 fielen wegen seelischer Erkrankungen 48 Millionen Krankheitstage an, im vergangenen Jahr waren es bereits 107 Millionen. Die Statistiker errechnen daraus Produktionsausfälle im Wert von 12,2 Milliarden Euro. Psychische Erkrankungen wie ein Burnout oder eine Depression sind damit bereits der zweithäufigste Grund, warum Arbeitnehmer von einem Arzt krankgeschrieben werden."

Weiterhin erläutert die Baua in einem Faktenblatt, dass sich zwar im Zeitvergleich die Häufigkeit der stressauslösenden Arbeitsbedingungen nicht ändert. Allerdings werden diese zunehmend als Belastung wahrgenommen.

Zu belastenden Arbeitsbedingungen zählen:

  • Ausführen von verschiedenen Arbeiten gleichzeitig,
  • Starker Termin- oder Leistungsdruck,
  • Störungen und Unterbrechungen bei der Arbeit,
  • Sehr schnell arbeiten,
  • Arbeiten an der Grenze der Leistungsfähigkeit.

Je mehr Faktoren gemeinsam auftreten, umso stärker ist die gefühlte Beanspruchung. Bei zwei gleichzeitig auftretenden Arbeitsbedingungen fühlen sich 15 % der abhängig Beschäftigten emotional und körperlich erschöpft, bei drei sind es bereits 20 %. Dies sei ein zentraler Indikator für Burnout, so die Baua.

Die gestiegene Arbeitsintensität und zunehmende Komplexität lässt sich nicht vermeinden. Die Baua empfiehlt, aktiv das Stresspotenzial zu senken und wendet sich hierbei besonders an die Führungskräfte. Diese sollten einen unterstützende Arbeitsumgebung schaffen, und ihren Mitarbeitern "einen angemessenen Handlungsspielraum über Geschwindigkeit, Inhalt und Anordnung ihrer Aufgaben geben."

Unterstützung durch das EAP

Ziel ist, gemeinsam mit Führungskraft und Mitarbeiter nach einer guten Lösung zu schauen - die oftmals ganz individuell ist. Denn jeder empfindet Belastung anders und hat auch andere Ressourcen, die ihn oder sie unterstützen können.

Das EAP hilft den Beschäftigten unserer Kundenunternehmen die jeweilige Situation anzuschauen und nach passenden Lösungen zu suchen.

Lesen Sie hier mehr über EAP und über den Nutzen von EAP.

In diesem Blogbeitrag gehen wir darauf ein, was man tun kann, um leistungsfähig zu bleiben.

 

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Quellen:

BMAS/BAuA (2018): Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit - Berichtsjahr 2017. Download von www.baua.de/suga

https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/mehr-arbeitnehmer-leiden-unter-stress-und-depression-15937785.html

https://www.baua.de/DE/Services/Presse/Pressemitteilungen/2019/02/pm009-19.html

 Bild von Foundry Co auf Pixabay