Umgang mit trauernden Kollegen

Unterstützung in der EAP-Beratung

23.10.2018

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Allgemeines

Als direkter Kollege ist man oft als erster mit einem trauernden Teammitglied in Kontakt. Viele empfinden es als schwierig, dem Kollegen gegenüber zu treten, wenn er das erste Mal nach Bekanntwerden des Trauerfalls wieder arbeitet. Soll man auf ihn zugehen? Will er überhaupt darüber reden? Wäre es vielleicht doch am besten, einfach weiterzumachen wie zuvor?

Aus Rücksichtnahme und Diskretion reagieren viele Menschen eher zurückhaltend und stellen sich Fragen wie: „Darf ich den anderen überhaupt ansprechen? Möchte mein Kollege/ meine Kollegin überhaupt meine Unterstützung? Verschlimmere ich die Situation vielleicht sogar?“

Ein Patentrezept, wie man mit Trauernden umgeht, gibt es leider nicht. Mancher verliert unerwartet einen geliebten Menschen und schafft es, die Trauer gut zu verarbeiten. Andere belastet der Tod ungemein und sie fühlen sich dauerhaft aus dem Gleichgewicht gebracht. All dies ist möglich – jeder trauert anders und jeder Trauerfall ist individuell. 

Es gibt also keinen Leitfaden, wie man mit Trauernden am besten umgeht. Aber es gibt Erfahrungswerte, was man sinnvollerweise tun kann – und was man besser vermeidet.

Was sage ich beim ersten Kontakt zum Trauernden?

Sobald Sie vom Trauerfall erfahren und mit dem Trauernden in Kontakt kommen, drücken Sie Ihre Anteilnahme aus. Wenn Sie ein besonders gutes und vertrautes Verhältnis zum Kollegen haben, können Sie ihn auch anrufen oder besuchen.

Nicht zu empfehlen ist es, den Trauerfall komplett zu ignorieren. Wenn der Trauernde wieder zur Arbeit kommt, sprechen Sie Ihr Beileid aus und fragen Sie, wie Sie helfen können.

Welches Maß an Fürsorge ist angemessen?

Kommt der Kollege wieder zur Arbeit, sollten Sie nicht jeden Tag nachfragen, wie es ihm geht. Besser als „Wie geht es Dir?“ eignet sich die Frage: „Wie geht es Dir heute?“ – denn so zeigt man, dass man verstanden hat, dass sich der Trauernde gerade von Tag zu Tag hangelt.

Genauso wenig sollten Sie den Betroffenen mit Fragen bedrängen. Wenn er aber von sich aus erzählt und offensichtlich das Bedürfnis hat, darüber zu sprechen, dann hören Sie zu.

Was das richtige Maß an Fürsorge ist, ist sehr unterschiedlich. Während sich manche direkt in die Arbeit stürzen, brauchen andere Raum, um sich zurückzuziehen. Wenn der Trauernde Grenzen aufzeigt, sollten diese eingehalten werden. Sagt er beispielsweise, er möchte nicht auf den Verlust angesprochen werden, sollte man das akzeptieren.

Welche Hilfe kann ich als Chef anbieten?

Sie können den Mitarbeiter beispielsweise ein paar Tage lang von der Arbeit freistellen – oder ihm vorübergehend flexiblere Arbeitszeiten anbieten. Denn je nachdem, in welcher Situation derjenige nun ist, muss ggf. viel organisiert werden: Angehörige und Versicherungen über den Tod benachrichtigen, die Beerdigung organisieren, eine Wohnung auflösen, sich um Kinder kümmern. Schon mit kleinen Angeboten können Sie dem Mitarbeiter zeigen, dass Sie ihn wertschätzen und ihn und seine derzeitige Situation verstehen.

 

Unterstützung in der EAP-Beratung

Die Unterstützung durch die Externe Mitarbeiterberatung ist sehr vielfältig. Sie reicht von einer Beratung des Betroffenen bis zur Suche nach längerfristiger Unterstützung im Rahmen eines Lotsendienstes.

Weiterhin können Freunde, Verwandte, Vorgesetzte und Kollegen von Betroffenen sich coachen lassen, ob und wie sie den- oder diejenige ansprechen können und wie sie beispielsweise dem Trauernden das EAP empfehlen können.

Die Berater eines EAP-Anbieters können jeden Trauerprozess individuell begleiten, telefonisch, persönlich oder online per Chat oder E-Mail.