Umgang mit Trauer

Der Trauerprozess und Unterstützung durch EAP

04.09.2018

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Allgemeines

Wenn ein geliebter Mensch – Freund, Verwandter, Kollege – stirbt, ist das zunächst ein großer Schock. Oftmals versteht man sich selbst und seine Reaktionen nicht mehr, wirkt impulsiv und manchmal auch „unkontrolliert“. Dies sind meist jedoch normale Reaktionen auf den Verlust. Wie verläuft in der Regel ein Trauerprozess?

Für Betroffene, aber auch für Außenstehende – jemand, der z.B. einen trauernden Partner hat – kann es hilfreich sein, zu verstehen, wie normalerweise der Prozess der Trauer abläuft.

Wichtig hierbei ist: Ein Prozess hat immer einen klaren Anfang und ein klares Ende. Der Anfang ist der Verlust eines geliebten Menschen, das Ende gestaltet sich in einer Art Akzeptanz des Geschehenen und einer Neuorientierung. Die Dauer dieses Prozesses ist individuell und hängt vor allem von den Umständen des Todes und der Persönlichkeit des Trauernden ab.

Trauern wird von vielen als Schwäche angesehen. Dies ist es jedoch keinesfalls – es ist ein wichtiger Prozess für die Gesundheit eines Menschen.

Trauer verstehen: die vier Trauerphasen

  1. Trauerphase: Nicht-wahrhaben-Wollen

Ob unerwartet oder nicht – der Tod eines nahestehenden Menschen schockiert. Alles ist anders, man ist verzweifelt, fühlt sich ratlos und kann nicht glauben, dass es tatsächlich passiert ist. Man möchte den Verlust vielleicht nicht wahrhaben. Teilweise spürt man dies sogar körperlich.

Diese erste Phase kann von einigen Tagen bis hin zu mehreren Wochen dauern. Ohnmacht und Schock sind völlig normale Reaktionen. Manchmal hilft es, mit anderen Trauernden über den Verlust des Menschen zu sprechen und sich untereinander auszutauschen. Das kann das Gefühl vermitteln, nicht alleine mit seinen Gefühlen zu sein.

Es ist eine schwierige Phase. Holen Sie sich Unterstützung von Menschen, die Ihnen nahestehen, oder wenden Sie sich an die EAP-Beratung oder betriebliche Sozialberatung in Ihrem Unternehmen.

  1. Trauerphase: Aufbrechende Emotionen

Gefühle kommen an die Oberfläche: Wut, Zorn, Traurigkeit, Leid, Schmerz, Freude, Depression. Manche suchen die Schuld bei sich selbst, dem Verstorbenen oder Dritten. „Warum passiert mir das?“ ist eine häufig gestellte Frage in dieser Phase. Es kann hilfreich sein, die Gefühle, so „unfair“ oder „unpassend“ sie auch sein mögen, in einem persönlich akzeptablen Rahmen zuzulassen, d. h. auszuleben oder auszusprechen.

Das Aufschreiben von Gedanken kann ebenfalls hilfreich sein, dann bringt man das eigene Gefühlsleben auf Papier und wälzt es nicht endlos im Kopf herum.

Wenn Sie sich einsam fühlen, kontaktieren Sie Freunde oder Familie. Auch viele psychologische Dienste bieten einen Bereitschaftsdienst.  Eine gute EAP-Beratung steht ebenfalls 24 Stunden am Tag für Notfälle zur Verfügung.

  1. Trauerphase: Suchen und Sich-Trennen

Man sucht vielleicht in fremden Gesichtern Züge der verstorbenen Person, besucht Orte, mit denen man gemeinsame Erinnerungen verknüpft, oder führt gedankliche Zwiegespräche. Das ist keine Verdrängung der Tatsachen – man setzt sich bewusst und intensiv mit dem Verlust auseinander. Das kann schön, aber auch sehr schmerzhaft sein.

Irgendwann kommt dann der Zeitpunkt, wo man den Verlust akzeptiert, nach vorne blickt und bewusst weiterlebt. Diese Phase kann einige Wochen oder Monate dauern. Akzeptieren Sie, dass Sie eine gewisse Zeit lang suchen werden. Versuchen Sie, geduldig mit sich zu sein, denn Sie haben einen schweren Verlust erlitten, den man nicht so einfach überwindet.

Wenn Sie das Gefühl haben, dass Sie überfordert sind, holen Sie sich Hilfe: Ob durch Ihre Freunde, Familie oder in der EAP-Beratung – lassen Sie sich in Ihrem Trauerprozess begleiten.

  1. Trauerphase: neuer Selbst- und Weltbezug

Nach einer schmerzhaften und intensiven Trauerzeit kommt der Zeitpunkt, wo man beginnt, das eigene Leben wieder selbst in die Hand zu nehmen. Der Verstorbene bleibt dank Erinnerungen ein Teil des Lebens, doch man blickt nach vorne und schmiedet neue Pläne.

 

Trauer ist ein zyklischer Prozess

Das bedeutet, dass es immer wieder Phasen geben wird, in denen es schwieriger und schmerzhafter wird. Und auch Phasen, in denen es Ihnen wieder besser geht. Das ist ganz normal.

Wichtig ist, dass in diesen unterschiedlichen Phasen die Gefühle und Emotionen wie Wut, Ärger oder Kummer, zugelassen werden und man sich mit ihnen auseinandersetzt. Hierbei helfen gute Freunde, Familie oder Trauergruppen.

Unterstützung durch EAP-Beratung

Aber auch die EAP-Beratung bietet Betroffenen und auch Angehörigen oder Freunden von Trauernden Unterstützung in dieser schwierigen Zeit. In den Gesprächen wird klar, dass bereits die Beschreibung der momentanen Lebens- und Arbeitssituation hilfreich ist. Es werden gemeinsam Maßnahmen erarbeitet, die dabei helfen, die Trauer aufzuarbeiten. Ein teilweise schmerzlicher Prozess, der letztendlich dazu führen kann, das Geschehene zu akzeptieren.

 

Quellen und weiterführende Seiten:
Trauerphasen nach Verena Kast
https://www.johanniter.de/dienstleistungen/betreuung/trauerbegleitung-von-kindern-und-jugendlichen-lacrima/lacrima-in-mittelfranken/service-wissen/wissen/trauerphasen-nach-verena-kast/