Strategien für Digital Smartness

Tipps und Tricks für den Umgang mit mobilen Begleitern

06.07.2018

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Allgemeines

Digital Stress: Viele Menschen lassen sich viel zu oft und zu schnell vom Handy ablenken. Und haben dabei das Gefühl, ständig erreichbar sein zu müssen und immer direkt zu antworten. Lesen Sie hier Strategien für einen besseren Umgang mit Handy, Tablet und Co.

Mobil Devices: Sie liefern uns in Sekundenschnelle die gewünschten Informationen. Äußerst praktisch, wenn man schnell die Öffnungszeiten checken will, bevor man per Handy das Ticket für die U-Bahn kauft. Sie haben sich daher längst eine Pole-Position in unserem Leben gesichert: ständig griffbereit in Jacke, Tasche oder Hose. Selbst wenn man für mehrere Minuten kein Signal erhalten hat, dass etwas Neues passiert ist greifen viele Menschen zwischendurch immer wieder zu ihrem Handy, um sicher zu gehen, dass sie keine Nachricht verpassen. Permanente Unterbrechungen, der Druck der ständigen Erreichbarkeit und Reizüberflutung sind die Folge.

Warum greifen wir ständig zum Smartphone?

Der Griff zum Smartphone ist vergleichbar mit Lose ziehen oder Geschenke auspacken. Es sorgt dafür, dass das „Glückshormon“ Dopamin ausgeschüttet wird. Dies ist ein Botenstoff in unserem Gehirn, mit welchem die Nervenzellen untereinander kommunizieren. Er hat motivations- und antriebssteigernde Effekte und vermittelt positive Glückserlebnisse, die einen „Belohnungseffekt“ mit sich bringen.

Stellen Sie sich vor, Sie sind auf einem Jahrmarkt, ziehen fünf Lose, eins davon ist ein Gewinn. Sie freuen sich und erleben dadurch eine Belohnung. Beim nächsten Besuch erinnern Sie sich an das positive Gefühl und versuchen Ihr Glück erneut. Im Smartphone-Alltag sind solche kleinen Belohnungen z.B. eine neue Email, ein neues Foto auf Facebook oder Likes für das neue Profilbild. Das bedeutet, dass sich hinter jedem Griff zum Handy ein potentieller „Gewinn“ verbirgt.

Dieser Prozess ist vollkommen unbewusst. Unser Körper speichert dieses Hochgefühl und setzt eine Art Rückkopplung ein, die uns dazu motiviert, Dinge zu wiederholen, die uns durch die Dopaminausschüttung glücklich gemacht haben. Dieses Verhalten automatisiert sich und wird zur Gewohnheit.

Folgen

Die Folge sind permanente Unterbrechungen. Dadurch verlernen wir, uns längere Zeit auf eine Sache konzentrieren zu können. Die Flowzustände, die bei manchen Tätigkeiten auftreten, bleiben aus. Aber nicht nur diese - es sinken Produktivität, Ausdauer, Kreativität und Schlafqualität - und der Stresspegel steigt.

 

Strategien für Digital Smartness

Zunächst möchten wir betonen, dass wir Handy & Co. nicht verteufeln. Sie lassen sich aus unserem Alltag nicht mehr wegdenken und erleichtern uns vieles. Es geht vielmehr darum, einen smarten und kontrollierten Umgang zu finden, mit dem man wieder selbst die Steuerung übernehmen kann.

 

Tipps & Tricks:

Konzentrationsinseln schaffen

Sowohl im beruflichen als auch im privaten Alltag können Sie sich Konzentrationsinseln schaffen, d.h. Zeiten blocken, in denen Sie nicht gestört werden. Dies erfordert Abstimmung mit Kollegen, Vorgesetzten, dem Partner oder den Kindern. Aber es funktioniert und lohnt sich!

Pausen bewusst gestalten

Unser Alltag ist oftmals so durchgetaktet, dass kaum Zeit für Pausen bleibt. Und wenn sich mal auf natürliche Art Pausen ergeben - wie z.B. beim Warten an der Bushaltestelle - zücken wir direkt unser Handy. Wir verlernen dadurch das Nichtstun, dass doch für unseren Geist so wichtig ist.

Versuchen Sie beim Warten auf den Bus einfach mal dazustehen und Ihre Gedanken schweifen zu lassen: denken Sie an Ihren Tag, wie war der bisher? Oder beobachten Sie die Leute um sich herum. Ist Ihnen schon mal aufgefallen, wie viele ihre Umgebung gar nicht mehr wahrnehmen, da Sie die ganze Zeit auf ihr Handy schauen?

Nutzen Sie diese Zeit um abzuschalten - Pausen sind ein extrem wichtiger Ausgleich.

Digitaler Selbstcheck

Nehmen Sie Ihr Kommunikationsverhalten unter die Lupe: Mit wem kommunizieren Sie? Wie oft? Über welchen Kanal? Worüber? Ist die Unterhaltung notwendig oder lassen Sie sich vielleicht recht unbemerkt Ihre Zeit stehlen? Welche Gespräche oder Kommunikationswege gehen Ihnen besonders auf die Nerven?

Und: Verteidigen Sie Ihre Zeit! Nicht jeder, der Ihnen schreibt, muss eine Antwort erhalten. Und schon gar nicht sofort. Legen Sie falsch verstandene Höflichkeit ab.

Digital Detox

Digital Detox, bedeutet der bewusste Verzicht auf mobile Devices für einen bestimmten Zeitraum. Manchen machen dies, indem sie z. B. im Urlaub bewusst auf das Handy verzichten und es nur einmal am Tag anschalten um zu sehen, ob etwas Dringendes passiert ist.

Oder nutzen Sie eine App als digitalen Helfer! Beispielsweise sorgt "Offtime" dafür, dass nur bestimmte Apps in der aktivierten Zeitspanne funktionieren. "Forest - Stay focused" lässt in der Zeit der Nichtnutzung Bäume wachsen und nutzt so den in uns verankerten Spieltrieb.

 

 

Versuchen Sie Ihre ganz persönliche Strategie zu finden - und stärken Sie Ihre Aufmerksamkeit gegenüber Ihrem eigenen Nutzungsverhalten! Sie sorgen dadurch dafür, dass Sie Ihren Stresslevel reduzieren und im grünen Bereich bleiben.