Jahrbuch Sucht veröffentlicht

Passivtrinken als große Herausforderung identifiziert

23.05.2018

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Studien/Reports

Die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen e.V. (DHS) hat das "Jahrbuch Sucht 2018" veröffentlicht. Hierin werden legale Drogen weiterhin für den größten Teil der Suchtproblematik in Deutschland verantwortlich gemacht. Die DHS weist speziell auf die bestehende Alkoholproblematik und das so genannte Passivtrinken hin.

Jährlich veröffentlicht die DHS das Jahrbuch Sucht um auf Gefahren und geänderte Konsumzahlen hinzuweisen. Die Zahlen haben sich im Bericht von 2018 gegenüber zum Vorjahr nicht gravierend geändert. Weiterhin sind Alkohol, Tabak und Medikamente in Deutschland die häufigsten Suchtmittel. 

Der Verbrauch von Tabak hat weiter zugenommen - Pfeifentabakkonsum hat hierbei außerordentlich stark zugenommen. E-Zigaretten haben demnach ca. jeder achte Deutsche ab 14 Jahren bereits probiert, Männer deutlich häufiger als Frauen (15 % gegenüber 9 %). Bei Arzneimittelabhängigkeiten werden weiterhin vor allem Tranquilizer und Schlafmittel über einen längeren Zeitraum angewendet.

Passivtrinken 

Alkoholtrinken gehört zu den vier Hauptverhaltensweisen, die die Gesundheit ruinieren - neben Tabakrauchen, Bewegungsmangel und unausgewogener Ernährung. Zwar wurde beim Alkohol ein geringer Konsumrückgang beobachtet, dieser bleibt allerdings immer noch auf einem sehr hohen Verbrauch. Somit kann keine Entwarnung gegeben werden.

Alkoholkonsum ist weiterhin gesellschaftlich fest etabliert und akzeptiert. Risiken und Schäden entstehen nicht nur bei den Konsumenten selbst, sondern auch bei Menschen im Umfeld. Diese Randerscheinung nennt die DHS "Passivtrinken". Hiervon betroffen sind vor allem Partner und Angehörige, wie Kinder und Ungeborene. Kinder, die mit alkoholkranken Eltern leben haben kaum eine Möglichkeit, dieser Situation auszuweichen. Laut DHS wachsen ca. 2,65 Millionen Kinder in einer Suchtfamilie auf. Begleitend existieren in diesen Familien oftmals Angst, Scham, finanzielle Schwierigkeiten oder Gewalt.

Aber auch z.B. Kollegen oder Beteiligte des Straßenverkehrs können unter den Folgen leiden. Hierzu zählen Unfälle mit Schäden und Folgen für Betroffene und Helfer ebenso, wie Arbeitsausfälle, die Kollegen auffangen müssen. Weiterhin können massive Schäden für die Betriebe selbst entstehen.

Das Passivtrinken beeinträchtigt in nahezu allen Lebensbereichen Unbeteiligte, so die DHS, und fordert einen wirksameren Schutz.

Sucht ist eine Erkrankung

Eine Suchterkrankung basiert auf einer Fehlsteuerung des Belohnungssystems im Gehirn. Es ist keine Charakterschwäche, sondern eine Krankheit, die im Gehirn nachgewiesen werden kann. Betroffene und auch Angehörige und unmittelbar Beteiligte benötigen Unterstützung.

Suchtthemen in der EAP-Beratung

Eine Externe Mitarbeiterberatung kann sowohl Suchterkrankten, als auch Angehörigen, Freunden und Kollegen helfen. Hierbei ist es irrelevant, um welche Art der Sucht es sich handelt - auch zu z.B. Spielsucht und Zwängen wird beraten.

Das Angebot umfasst dabei sowohl die Suche nach einem geeigneten Behandlungsplatz, als auch Hilfe und Unterstützung für alle Betroffenen im Umfeld. Gerade die Frage "Wie verhalte ich mich, um nicht das Suchtverhalten zu unterstützen?" wird oft behandelt.

 

Quellen:
http://www.dhs.de/fileadmin/user_upload/pdf/news/2018_PM_Passivtrinken.pdf
http://www.dhs.de/fileadmin/user_upload/pdf/news/2018_PM_Daten_und_Fakten.pdf
Bild: DHS, http://www.dhs.de/start/startmeldung-single/article/dhs-jahrbuch-sucht-2018-erschienen.html