Gesundheitsreport betont Bedeutung von BGM

Betriebliches Gesundheitsmanagement wird immer wichtiger

31.07.2018

|

Studien/Reports

Im diesjährigen Gesundheitsbericht der Techniker Krankenkasse liegt der Fokus auf Dauer und Unterbrechungen von Berufstätigkeit in verschiedenen Lebensphasen. Welche Schlüsse können hieraus gezogen werden? Die TK betont, dass das Betriebliche Gesundheitsmanagement in Zukunft noch wichtiger wird.

Jährlich werten Krankenkassen die Zahlen ihrer Versicherten aus. Der diesjährige Bericht der Techniker Krankenkasse (TK) legte den Fokus auf die Art und Dauer von Erwerbstätigkeit.

Auffallend war, dass laut der Studie mehr als jeder zweite Erwerbstätige bereits vor dem offiziellen Rentenalter aus dem Erwerbsleben ausscheidet - 13,5 Prozent aufgrund von Berufsunfähigkeit, Erwerbsunfähigkeit oder Schwerbehinderung.

Gerade unter dem Blickwinkel des demografischen Wandels und dem damit notwendigen Fokus des Erhalts der Erwerbstätigkeit von Beschäftigten sei es wichtig, dass die Krankenkassen die Unternehmen bei der Gesunderhaltung ihrer Beschäftigten unterstützen – auch mit einem gezielten Betrieblichen Gesundheitsmanagement (BGM). Die Sicherung der Leistungs- und Arbeitsfähigkeit der Beschäftigten wird aus Sicht der TK die nächsten Jahre immer wichtiger werden.

In den letzten Jahren ist die Zahl der Arbeitsausfälle aufgrund von Erkrankungen des Muskel-Skelett-Syndroms bereits gesunken. Hier machen sich die bereits im Arbeitsschutz etablierten Maßnahmen bemerkbar.

Leicht gestiegen sind dagegen die Fehlzeiten aufgrund von psychischen Störungen. Auch hier kann ein BGM bzw. eine Betriebliche Gesundheitsförderung (BGF) sinnvoll unterstützen.

EAP als präventives Instrument des BGM

Dr. Matthias Conradt, Geschäftsführer von INSITE erläutert, wie ein Employee Assistance Program (EAP) sinnvoll unterstützen kann. „Ein EAP kann auf mehreren Arten präventiv auf die Gesunderhaltung der Mitarbeiter einwirken. Einerseits setzt es dabei relativ frühzeitig an, Beschäftigte bei auftretenden schwierigen Situationen zu unterstützen und so eine Entstehung von Ausfallzeiten zu vermeiden. Beispielsweise bei der Beratung in akuten Situationen, aber auch bei der Vermittlung von Informationen zu fachlichen oder rechtlichen Fragestellungen.“

Ist eine Schieflage erst einmal entstanden, könne man durch die schnell verfügbare Unterstützung eines EAP wirksam intervenieren, bevor Symptome zu einer ernsten Erkrankung führten. „Dies entspricht wohl dem Großteil unserer Beratungen: Der Mitarbeiter ist mit einer herausfordernden Situation konfrontiert und benötigt unmittelbare Unterstützung, um gut mit seinen Ressourcen umzugehen und wieder Überblick über seine Situation zu erhalten.“

Pflegethematik gewinnt an Bedeutung

Gerade die steigenden Pflegefälle stellen für viele Unternehmen eine echte Herausforderung dar. Pflegende Angehörige erhalten zwar bereits Unterstützung durch Pflegekassen und entsprechende Arbeitszeitmodelle. Allerdings zeigt sich die Doppelbelastung von Arbeit und einer emotional anstrengenden Situation im familiären Umfeld oftmals durch zusätzliche Fehlzeiten oder verminderter Leistungsfähigkeit.

Ein EAP kann bezüglich Pflegethemen viel Unterstützung bieten:

Aufwändige Recherchetätigkeiten werden übernommen – teilweise bis hin zur konkreten Suche eines Pflegeplatzes, sowie Beratung und Informationen zu Pflegestufen, Fördermitteln oder zum Thema Widerspruch beraten. Weiterhin kann sich der pflegende Angehörige in einer Beratung mit der für ihn belastenden Situation auseinandersetzen und gezielt daran arbeiten, seine eigenen Grenzen zu kennen und seine Ressourcen aufzubauen. Dies alles, mit dem Ziel einen dauerhaften Ausfall aufgrund von Überlastung zu vermeiden.

Arbeitgeber können so ein Signal setzen, dass sie sich bei auftretenden oder herausfordernden Situationen um ihre Mitarbeiter kümmern, so die TK. Auch, um hierdurch als Arbeitgeber attraktiv zu bleiben.

 

Quelle:
https://www.tk.de/centaurus/servlet/contentblob/984896/Datei/89389/TK-Gesundheitsreport-2018.pdf