Demenzberatung

Wie gehe ich als Angehöriger damit um?

26.11.2018

Für Angehörige ist es oft ebenso schwierig mit dem Thema Demenz umzugehen, wie für die Betroffenen selbst. Berichte, wie der Innovationsreport der TK bzgl. der falschen Behandlung von Demenzkranken, verunsichern zusätzlich. Welche Hilfen bietet eine EAP-Beratung?

Angesichts des demografischen Wandels und der steigenden Lebenserwartung steigt die Zahl derer, die an Demenz erkranken. Diese Krankheit ist für jeden Betroffenen und seine Angehörigen eine Herausforderung. Während die Betroffenen häufig die Krankheit ignorieren oder versuchen, nach außen ganz normal zu wirken, um ihren Stolz und ihre Eigenständigkeit zu erhalten, gehen die pflegenden und nichtpflegenden Angehörigen gerade gegen dieses Verhalten an, um Einsicht zu erzielen oder auch den richtigen Pflegegrad für den Zupflegenden und damit auch ausreichend Unterstützung zu erhalten.

Innovationsreport der TK: Viele demente Menschen werden nicht optimal behandelt

Hilfe aus medizinischer Sicht scheint schwierig, denn die derzeit verfügbaren Medikamente gegen Alzheimer-Demenz können die Erkrankung weder aufhalten noch heilen - sie verlangsamen lediglich das Fortschreiten.

Weiterhin scheint eine korrekte Behandlung nicht immer sichergestellt, wie der Innovationsreport der Techniker Krankenkasse (TK) zeigt. Demnach steht scheinbar die Beruhigung der Patienten im Vordergrund und nicht die Verlangsamung der Krankheit.(1)

Die TK spricht in diesem Zusammenhang von einer „gravierenden Fehlversorgung mit Beruhigungsmitteln und die gleichzeitige Unterversorgung mit Antidementiva.“(2) Dies lege den Verdacht nahe, dass demente Menschen ruhiggestellt werden, anstatt richtig behandelt.

Konsequenzen für Angehörige

Nachrichten wie diese verunsichern natürlich die Betroffenen und vor allem die pflegenden Angehörigen. Zu diesen Themen kommt eine emotional belastende Situation Zuhause, da sich die gesamte Lebenssituation von an Demenz Erkrankten dramatisch ändert.

Die Verhaltensweisen der Pflegebedürftigen sind nicht mehr einschätzbar, ihre Selbstständigkeit schränkt sich zunehmend ein (wobei die Erkrankten das häufig anders sehen bzw. nicht wahrhaben wollen), Orte und Personen werden nicht mehr erkannt und das Verhältnis von Eltern zu Kind scheint sich vielfach umzudrehen, da nunmehr die Älteren auf die Hilfe der Jüngeren angewiesen sind.

Das bringt häufig längst vergangen geglaubte Konflikte wieder zum Vorschein. Neben einer zeitlichen, organisatorischen und finanziellen Belastung erfolgt also in vielen Fällen auch eine emotionale.

Welche Hilfen kann eine EAP-Beratung Betroffenen bieten?

In einer EAP-Beratung besteht vor allem die Möglichkeit, die Angehörigen zu unterstützen und zu stärken. Dies kann eine eine ärztliche Gesundheitsberatung zu Medikation sein, aber auch Unterstützung, um mit dieser psychisch belastenden Situation besser umgehen zu können. Hierzu zählen unter anderem Aufklärung und allgemeine Informationen zur Erkrankung und den Auswirkungen.

Den Angehörigen hilft hier besonders über die Verhaltensweisen von Erkrankten informiert zu werden:  Wie verhält sich normalerweise ein Demenzkranker und wie kann ich darauf gut reagieren? Wie kommuniziere ich am besten? Welchen Einfluss hat die Krankheit auf unsere Beziehung? Es werden aber auch Tipps angeboten, um das Gedächtnis zu trainieren.

 

INSITE bietet schnelle und zielgerichtete Unterstützung bei allen Fragen rund um Pflege und Versorgung von an Demenz erkrankten Angehörigen. Das EAP-Programm hilft den Mitarbeitern der Kundenunternehmen, die meist komplexen familiären Situationen professionell zu managen.

 

Quellen:

(1) https://www.tk.de/centaurus/servlet/contentblob/989892/Datei/93426/Keypoints-Ergebnisse-im-Ueberblick-Innovationsreport-2018.pdf

(2) https://www.tk.de/centaurus/servlet/contentblob/989894/Datei/93379/Pressemitteilung-Innovationsreport-2018.pdf


Weiterhin:
Innovationsreport der Techniker Krankenkasse, 2018 https://www.tk.de/tk/arzneimittelversorgung/innovationsreport/innovationsreport-2018/989856
Der Innovationsreport 2018 bewertet auf dem deutschen Arzneimittelmarkt neu eingeführte Wirkstoffe bzw. Wirkstoffkombinationen.