Belastete Kollegen - wie verhalte ich mich richtig?

Ansprechen - oder lieber nicht?

07.07.2020

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Allgemeines, Mitarbeiter

Psychische Belastungen oder Erkrankungen gehören immer noch zu den Tabuthemen am Arbeitsplatz. Als direkter Kollege merkt man oft zuerst, wenn sich ein Teammitglied ungewöhnlich verhält.

Häufig ist es jedoch schwierig, auffälliges Verhalten einzuordnen und darauf zu reagieren. Aus Rücksichtnahme und Diskretion reagieren viele Menschen eher zurückhaltend und stellen sich Fragen wie: „Ist der Kollege überhaupt in einer Krise? Darf ich jemanden ansprechen? Verschlimmere ich die Situation vielleicht sogar?“

Anzeichen erkennen

Kollegen kennen sich untereinander häufig sehr gut, so dass kleinere Stimmungsschwankungen oder Verhaltensänderungen in der Regel sehr zielsicher wahrgenommen werden. Beobachten Sie über einen längeren Zeitraum eine deutliche Abweichung vom gewohnten Verhalten des Kollegen ohne erkennbaren Grund, besteht die Möglichkeit, dass sich Ihr Kollege in einer Krise befindet und ggf. Hilfe braucht.

Wenn man den Eindruck hat, einem Kollegen könnte es schlecht gehen, und man unsicher ist, ob das Verhalten ein Hinweis auf eine Belastung oder sogar Erkrankung ist, ist es in erster Linie wichtig, die Person auf die eigene Beobachtung hinzuweisen. Denn für Menschen, die in einer für sie belastenden Situation sind, ist es häufig schwierig, sich die Belastung selbst bewusst zu machen. 

 

Was können Sie konkret tun?

  • Sprechen Sie den betroffenen Kollegen auf Ihre Beobachtung hin an und fragen Sie, ob Sie ihn unterstützen können.
  • Suchen Sie für das Gespräch eine geschützte Atmosphäre, nicht etwa die Kantine oder den Flur, sondern einen Ort, an dem Sie für einige Zeit ungestört sind.
  • Gerade, wenn Sie unsicher sind, ob Sie Ihren Kollegen ansprechen sollen, oder Unterstützung benötigen können Sie sich an externe Dienstleister, wie einen EAP-Anbieter, oder aber interne Stellen, wie Sozialberater oder den Betriebsarzt wenden.
  • Allein die Tatsache, dass Sie hinsehen und Ihren Kollegen angesprochen haben, ist bereits eine große Hilfe.
  • Sie können auch Ihren direkten Vorgesetzten hinzuziehen. Vor allem bei weiteren Veränderungen oder Verschlimmerungen ist es gut, wenn Sie Ihren Vorgesetzten informieren.
  • Ihre Hilfe kann auch darin bestehen, den Betroffenen bei der Suche nach einer passenden Unterstützung und/oder Behandlung zu helfen.

 

Unterstützung durch EAP

Sie sind sich unsicher, wie Sie jemanden hierzu ansprechen sollen? Oder benötigen vielleicht sogar selbst Unterstützung dabei, mit einer Belastung umzugehen? In der EAP-Beratung beleuchten wir die persönliche Situation jedes Einzelnen und gehen mit Ihnen die einzelnen Schritte durch.

Das EAP von INSITE steht allen Beschäftigten unserer Kundenunternehmen kostenfrei zur Verfügung.

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