Wenn Angst zu Stress wird

Ist Angst nicht etwas Normales?

01.11.2018

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Allgemeines

Jeder Mensch hat manchmal Angst. Angst ist eine natürliche Reaktion und bereitet den Menschen darauf vor, in unbekannten oder bedrohlichen Situationen schnell zu handeln. Sie kann also eine sinnvolle Reaktion sein. Manche schränkt sie jedoch so sehr ein, dass ein normaler Alltag kaum möglich ist.

Angst ist ein Grundgefühl, dass jeder von uns kennt. Man empfindet eine Situation als bedrohlich, weil man davon ausgeht, dass diese zur Folge hat, dass unsere Unversehrtheit - körperlich und/oder psychisch - verletzt wird.
In bestimmten Situationen Angst zu haben, ist eine normale Reaktion, die sinnvoll und teilweise sogar lebensnotwendig ist. Unsere Sinne und unser Fokus werden geschärft und helfen uns dabei, aus dieser Situation heraus zu kommen, beispielsweise lässt sie uns beim Wandern vor einem ungesicherten Abhang zurücktreten und hilft uns, auf die Beschaffenheit des Weges zu achten.

Körperliche Symptome der Angst

Auftretende Angst wird vor allem durch körperliche Symptome begleitet wie beispielsweise

  • Herzklopfen
  • beschleunigter Puls
  • Schwitzen
  • Übelkeit
  • Schwindel und Benommenheit
  • Hitzewallungen/ Kälteschauer
  • Atemnot, Erstickungsgefühle
  • Schmerzen und Beklemmungsgefühle in der Brust
  • Magen-Darm-Beschwerden

Warum sind diese Reaktionen sinnvoll?

Früher hatten die Angst und deren Symptome durchaus eine wichtige Funktion, denn die Menschen mussten in gefährlichen Situationen (z. B. bei Angriff eines Raubtieres) schnellstmöglich flüchten. Da oftmals z. B. die Flucht auf einen Baum ein wichtiger Ausweg war, waren feuchte Hände sehr von Vorteil. Weiterhin wird bei einer Angstattacke von der Nebennierenrinde ein Signal an das Gehirn gesendet, das Hormon Adrenalin auszustoßen. Adrenalin bewirkt, dass der Puls hochgeht und der Körper bereit zur Flucht ist.

Auch im Alltag reagiert unser Körper mit den gleichen körperlichen Reaktionen, auch wenn in den meisten Situationen heute keine Flucht erforderlich ist (z. B. Flucht vor dem Alltagsstress). 

Wenn Angst zur Panik wird

Schwierig wird es, wenn diese Angst sich verselbstständigt, wenn scheinbar rationale Gründe für eine Angst fehlen und man sich durch diese Gefühle im Alltag eingeschränkt fühlt. 

Häufig berichten Betroffene davon, dass sie plötzlich von einer Panik überrollt werden, die begleitet sein kann durch starkes Herzklopfen, beschleunigten Puls, Schwitzen, Zittern, Übelkeit oder Hitzewallungen. Besonders nachts, wenn man zur Ruhe kommt, können diese Angst- und Panikattacken auftreten und das Gefühl entstehen, die Kontrolle zu verlieren.

Der Übergang von einer normalen Angst zu einer Angststörung ist fließend. Von dieser spricht man, wenn einer sehr heftigen Angstreaktion keine entsprechende Gefahr zugrunde liegt. Treten die Angstgefühle über einen längeren Zeitraum häufig und stark auf und können diese ohne fremde Hilfe nicht bewältigt werden, so sind dies Anzeichen für eine Angststörung.

In der Regel fühlen sich Betroffene in hohem Maß psychisch und körperlich beeinträchtigt; dies ist vor allem dann der Fall, wenn mögliche oder tatsächliche Bedrohungen in ihrer Gefährlichkeit überschätzt werden (z. B. bei Furcht vor Aufzügen, Bahnfahrten etc.) oder die Angst ohne konkrete Gefahr und Bedrohungswahrnehmung auftritt (z. B. bei Panikattacken).

Die Folgen der Angst

Die Angst schleicht sich oft ganz langsam ins normale Leben ein. Häufig versuchen Betroffene, die angstauslösenden Situationen zu vermeiden. Das kostet viel Kraft, das Selbstvertrauen leidet und nach einiger Zeit fehlt das Durchhaltevermögen für die ganz normalen Dinge in Freizeit und Arbeit - der Alltag ist hierdurch stark eingeschränkt.

Hilfe durch die EAP-Beratung

Viele Betroffene schaffen es nicht aus eigener Kraft aus dieser Angsthaltung wieder herauszukommen. Die EAP-Beratung kann hierbei eine wichtige Anlaufstelle sein - es werden Strategien erarbeitet, den Teufelskreis der Angst zu durchbrechen und alternative Verhaltensweisen zu erproben.