Demenz - wie gehe ich als Angehöriger damit um?

Beratung für Angehörige von Demenzerkrankten

27.03.2018

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Allgemeines

Wenn ein Mensch im nahen Umfeld an Demenz erkrankt, so ist das nicht nur für den Betroffenen eine Herausforderung. Auch viele Angehörige sind mit der Situation überfordert. INSITE hilft im Rahmen der EAP-Beratung damit umzugehen.

Thomas ist mit seinen Nerven am Ende. Seine demenzkranke Mutter erzählt ihm zum wiederholten Male die gleiche Geschichte. „Ich kann irgendwann einfach nicht mehr. Dann meckere ich sie an, dass sie mir das schon 20 x erzählt hat. Kurz darauf tut es mir leid. Vor allem, wenn ich ihr verstörtes Gesicht sehe.“ Das offensichtliche Vergessen bereitet vielen Angehörigen Schwierigkeiten. Das wiederholte Erzählen ist nur eine der Folgen der Demenzkrankheit. Manche erkennen ihre eigenen Kinder nicht.

Nach Angaben der deutschen Alzheimer Gesellschaft e.V. sind in Deutschland aktuell ca. 1.6 Millionen Menschen an Demenz erkrankt. Unter dem Oberbegriff Demenz werden unterschiedlichste Formen dementieller Veränderungen zusammengefasst, so zum Beispiel die Alzheimer Demenz als häufigste Form. Durch die steigende Lebenserwartung in unserer Gesellschaft wird ein genereller Anstieg dieser Erkrankungsformen prognostiziert (Deutsche Alzheimer Gesellschaft).

Die Beziehungsebene zwischen Betroffenen und Angehörigen verändert sich

Zu Beginn einer Demenz zeigen sich oft Probleme mit dem Kurzzeitgedächtnis. Dies lässt sich daran feststellen, dass Betroffene Dinge verlegen und Konzentrationsprobleme aufweisen. Oder wie im Fall von Thomas, wiederholt die gleichen Geschichten erzählen.

In späteren Stadien der Erkrankungen können sich Verhaltensweisen wie Aggressionen, Weglauftendenzen, ständiges Rufen, Wahnvorstellungen und Halluzinationen zeigen.

Diese sogenannten „herausfordernden Verhaltensweisen“ stellen insbesondere für Angehörige von Demenzpatienten eine große Belastung dar. Gerade Ablehnung oder aggressives Verhalten den Angehörigen gegenüber machen Familienmitglieder hilflos und überfordern diese. Als Folge dessen fühlen sich viele Verwandte zunehmend belastet. Die Beziehung zwischen den Betroffenen und Angehörigen leidet, da die Kommunikation häufig eingeschränkt ist und nicht mehr mit der Qualität vor der Erkrankung vergleichbar ist.

INSITE unterstützt Angehörige im Umgang mit Demenz

Die Berater von INSITE können Angehörige in ihren Kompetenzen im Umgang mit Demenzkrankten stärken, so dass Familienmitglieder wieder handlungsfähig werden und lernen, mit der Situation besser umzugehen.

Die eingeschränkte bzw. stark veränderte Kommunikation ist zentraler Aspekt – gerade hier kann eine Beratung unterstützend wirken. Die Art der Belastung und die individuelle Lebenssituation werden in einem ersten Beratungsgespräch genauer unter die Lupe genommen und es wird geschaut an welchen Stellen der Angehörige die Möglichkeit hat die Beziehung zu dem Demenzkranken zu gestalten.

Weiterhin können Entlastungsmöglichkeiten für Angehörige im Fokus der Beratung stehen. Hilfreich empfinden viele Familienmitgliedern insbesondere den neutralen Blick des Beraters. Dieser wird als sehr wertvoll empfunden, da Angehörige in der Situation mit dem Erkrankten selbst oft eine Art Tunnelblick entwickeln und somit selbst keine Lösungswege oder Handlungsstrategien entwickeln können.

„Die Demenzerkrankung meiner Mutter hat sich nicht verändert, aber ich kann jetzt viel besser damit umgehen“, so Thomas nach der Beratung. „Ich bin froh, dass ich diesen Schritt gegangen bin. Dies entspannt unsere Situation daheim sehr.“

 

 

Quellen:
https://www.deutsche-alzheimer.de/fileadmin/alz/pdf/factsheets/infoblatt1_haeufigkeit_demenzerkrankungen_dalzg.pdf